Zorn (zorn) wrote,
Zorn
zorn

Definitionen

Solidarität

Zusammengehörigkeit, gegenseitige Verpflichtung zur Aufhebung von -> Konkurrenz. Es gibt eine innere Solidarität, die ein "Wir-Gefühl" vermittelt, und es gibt eine äußerliche Solidarität, die dazu dient, gemeinsame Interessen durchzusetzen. ->Freundschaft, -> Gruppe, ->Liebe

Freundschaft

gefühlsbetonte oder auch geistige Verbindung meistens zweier Menschen mit der Bereitschaft, sich gegenseitig volles -> Vertrauen zu schenken. Freundschaft entwickelt sich in der Regel in einem gemeinsam verbrachten Lebensabschnitt (Ausbildung oder Ähnliches) und zeichnet sich durch erhöhtes Zusammengehörigkeitsgefühl auch in Krisensituationen aus ( ->Liebe, ->Solidarität). Freundschaft im neuen Sinne entstand mit der -> Anonymität in den großen Städten seit dem 17. Jhdt.

Gruppe

mit Gruppe meint der Soziologe eine " soziale Formation" oder einen Verband von drei bis etwa zwanzig Menschen, deren Verbundenheitsgefühl sich durch ein "Wir" (Wir-Gefühl) äußert. Gruppen, in die der aufwachsende Mensch sehr früh hineinkommt (meist sind es Zwangsgruppen, in die er nicht freiwillig eintritt), wie Familie, Kleinkindergruppe der nächsten Nachbarschaft oder Schulklasse, werden von den freiwillig gebildeten Freundschafts-, Interessen-, politischen, religiösen Gruppen späterer Lebenszeiten unterschieden; eine besondere Bedeutung haben die Zwangsgruppen in Ausbildung und Beruf, die um einen herum gebildet werden oder in die man hineinkommt, ohne viel an ihrer Zusammensetzung ändern zu können.

Mit dem Eintreten in Gruppen oder der Bildung einer Gruppe ergeben sich zwangsläufig bestimmte Situationen und Anforderungen an die Mitglieder: Sie müssen sich selbst darstellen, ob sie wollen oder nicht; sie müssen ein Verhältnis zu dem Bild gewinnen, das die anderen von ihnen entwickeln; alle müssen zusammen eine Einigung über das Selbstverständnis der Gruppe erzielen, und schließlich muß sich die Gruppe nach außen darstellen. (Dabei kann die Außendarstellung weit vom Innenverständnis - wie die Gruppe sich selbst sieht - abweichen.) Da Gruppen sich Ziele setzen und deren Erreichung organisieren müssen, da sich Zuneigungen und Abneigungen in ihnen entwickeln, da die einen etwas besser können als die anderen, wird jede Gruppe schnell zu einem Spannungsfeld eigener Art: es entwickelt sich eine Gruppendynamik. Zielorientierung und die unterschiedliche Eignung und Neigung zu verschiedenen Tätigkeiten führen bald zu einer Rollenverteilung ( Rolle) und bei der Verfestigung von Rollen zu einem Rollengefüge in der Gruppe. Entscheidend ist, ob es darin "Stars", " Führer", "Spezialisten" gibt. Damit steht jede Gruppe vor dem Problem, welchen Führungsstil sie wählen will (falls sie das überhaupt kann): einen autoritären, wie in den meisten Gangs üblich, einen demokratischen oder einen lockeren, unbestimmten Führungsstil, der allerdings selten auf Dauer befriedigt, da eine Zielerreichung durch ihn nicht gesichert ist. Autoritärer Führungsstil in einer Gruppe sichert schnelle Aktivität; ein demokratischer Führungsstil ermöglicht aber viel eher die Zurücknahme einer falschen Entscheidung, um zu einer besseren Lösung zu kommen. ->Gruppenverbände, ->Organisation

Gemeinschaft

ein im 19. Jahrhundert entstandener Begriff zur Bezeichnung besonderer Verbundenheit einer -> Gruppe von Menschen (Volksgemeinschaft, Religionsgemeinschaft, "verschworene Gemeinschaft"). Die "Gemeinschaft des Blutes" (-> Familie) entwickelte sich zur "Gemeinschaft des Ortes" (Nachbarschaft). Gemeinschaft wurde zum positiven Gegenbegriff von -> Gesellschaft, die als anonym und massenhaft negativ bewertet wurde. Der Nationalsozialismus verwendete den Gemeinschaftsbegriff für seine menschenfeindlichen Zwecke, das heißt auch zur Erstickung von Gesellschaftskritik ("Volksgemeinschaft").

Aussonderung

Aussortierung; einzelne Dinge, Elemente oder Personen aus einer Menge herausnehmen, meist im negativen Sinne von »Dinge, die nicht gut genug sind oder nicht passen«.

Begleitschaden

Der militärische Fachbegriff Begleitschäden (Synonym: Kollateralschaden; Anglizismus: collateral damage; aus dem Lateinischen: collateralis, seitlich, benachbart, nebenständig) bezeichnet abseits vom Ziel entstehende Schäden einer militärischen oder polizeilichen Aktion, also sowohl Verletzte und Tote, als auch Zerstörungen, die nicht gewünscht sind, ohne die der Angriff aber nicht erfolgreich durchgeführt werden kann. Beabsichtigte Schäden werden im Gegensatz zu den Begleitschäden als Bekämpfung eines militärischen Ziels bezeichnet.
Der Begriff Begleitschäden wird von der Propaganda häufig benutzt, um auch eigentlich vermeidbare Kriegsschäden als unumgänglich darzustellen.
Subscribe
  • Post a new comment

    Error

    default userpic

    Your IP address will be recorded 

  • 3 comments