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Zorn
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Toleranz und Schweigen.

Gestern habe ich in einem Journal eine "Frage" und einen Eintrag gelesen, die mich dazu veranlasst haben, sofort auf den "antworten"-Button zu hauen.

Schnell saß ich vor den leeren Feldern, die ich füllen wollte. Und es war soviel in meinem Kopf, dass ich es ersteinmal nicht in strukturierte Worte fassen konnte. Beim Meditieren über den weißen Flächen, kam mir schließlich die Einsicht, das es weder sinnvoll noch klug wäre, überhaupt etwas zu schreiben. Eine Einsicht, die sich immer öfter bei mir einstellt.

Wenn ein Mensch nicht an die gleichen Prinzipien glaubt, dann ist es besser zu schweigen, wenn man Nichts als Unverständnis ernten wird.

Dann muss man sich entscheiden, ob man eine unnütze Diskussion vom Zaun bricht und Energien ver(sch)wendet, mit der einzigen Legitimation, dass man sich für überlegen hält. Ein Tun, mit dem man sich dann fast auf das gleiche Niveau begibt, von dem man den anderen ja eigentlich weg haben möchte.
Will man seine Überlegenheit beweisen - oder reicht man sich selbst?
Nimmt man den Gedanken der Toleranz so ernst, dass man einen Deppen einen Deppen, einen Andersgläubigen einen Andersgläubigen, einen selig Unwissenden unwissend sein lassen kann?
Es ist einfach, sich tolerant zu nennen, besonders wenn man ein "Randgruppenhobby" oder einen "ungewöhnlichen Lebensstil" hat - und daher Toleranz fordert. Aber Toleranz ist nicht, selbst anders zu sein, sondern andere anders sein zu lassen, sogar, oh graus, wenn sie Mainstream oder vom falschen überzeugt sind.

Ich habe mir mein Recht erkämpft, meine Fehler machen zu dürfen. Ist es nicht also gerade an mir, andere, die mich nicht bitten oder auffordern, es anders zu machen, ihre Wege gehen zu lassen?
So wie es mein Recht ist, die zu ignorieren, die sich mit schlechtem Stil und mangelhaften Benehmen selbst disqualifizieren...

Ich denke doch.

Ich bin niemandes Mutter, dass ich eine moralische Verpflichtung habe.
Ich muss mir klar sein, ob ich mit einem Menschen befreundet sein will, so wie er ist, weil mir seine Gegenwart mehr gibt als mir mein Verzweiflung über mein Unverständnis nimmt.
Und das kann und will ich am Ende nach dem Sammeln aller Gedanken nur mit mir selbst ausmachen.

Weil am Schluss sehr wohl gelten kann: Mein Schweigen ist nicht dein Sieg - sondern das Ende von "uns".
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