Zorn (zorn) wrote,
Zorn
zorn

  • Mood:
  • Music:

Time for a change


Ich merke es an einer leichten Gereiztheit.

Ich merke es an einem latenten Unwillen.

Ich merke es an einer niedrigen Toleranzschwelle - für anderes und auch für mich.

Dann weiß ich, dass etwas in meinem Weltbild schräg sitzt.

Ich brauche dann immer eine Weile, um die Ursache herauszufinden, um auszuschließen, dass es nur die Hitze ist, oder sonstige äußerliche Umstände.

Nach einem tollen Wochenende dachte ich, es wäre die Hitze gewesen. Aber nach zwei Tagen kam es zurück. Ich sehe nicht gerne in den Spiegel und sehe jemanden, der entnervt die Augen verdreht, während er telefoniert, oder der den Mund mürrisch verzieht, wenn er an den nächsten Tag, die nächsten Stunden denkt.

Ich erinnere mich an eine Stelle in Erdzauber, wo der Harfner des Erhabenen erkennt, dass er nicht gewusst hat, dass seine Fähigkeit zu leiden, Grenzen hat.

Das ist pathetisch. Aber es so ist es doch. Es gibt Moment, Situationen, da erkennt man, dass die eigenen Fähigkeiten begrenzt sind. Gewiss, man kann sich arrangieren. Aber nicht unendlich.

Für mich ist das immer ein Zeitpunkt, wo ich darüber nachdenke, wie ich mich aufstelle, definiere. Wo ich vielleicht gewisse Traditionen, liebegewordene Ansichten und Gewohnheiten aufgeben muss. Wo ich anderen und meinem Wunsch nach Perfektion Grenzen setzen muss.

Wo ich vielleicht auch Illusionen aufgeben muss.

Was nicht ist, ist nicht. So einfach.
Es anzunehmen, es hinzunehmen, das ist nicht einfach.

Aber ich kann andere Menschen nicht ändern, nur mich. Das muss ich mir manchmal klar machen.

Manche Menschen sind oberflächlich. Manche Menschen sind egoistisch. Manche Menschen sind anstrengend. Manche Menschen sind unsensibel. Manche Menschen sind feige.
Lieben kann man sie trotzdem.
Aber vielleicht eher in homöopathischen Dosen.
Tags: leben
Subscribe
  • Post a new comment

    Error

    default userpic

    Your IP address will be recorded 

  • 6 comments