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Amphie-Festival


Das Amphi-Festival 2

Nachdem das Amphi-Festival aus dem namensgebendem Amphitheater Gelsenkirchens nach Köln umgezogen war und ich das WGT verpasst hatte, war es ja geradezu Pflicht, dieses Open-Air zu besuchen.

Begonnen hat alles am Freitag, als ich nach einigen Koordinationsproblemen, die mir Handy-Legastheniker zuzuschreiben sind, bei __rubicon__ und ihren Mannen und Frauen zum Grillen am Rheinufer eingetrudelt bin.
Direkt neben irgendwelchen Meisterschaften im BMX-Rad-Fahren konnte man die Sonne, die uns die letzten Wochen so verwöhnt hatte, über dem Rhein untergehen. Es war ein schöner, gemütlicher Abend – nochmals Danke, Rubi, für die Einladung.


Samstags dann war ich (im Gegensatz zu anderen ... jaa, jaaa...) pünktlich am Tanzbrunnen, um den ersten Act This Morn‘ omnia zu erleben. Ich habe keine Ahnung, warum ich darauf aus war, diesen Opener zu hören, denn ich kannte die Band nur von Ankündigungen auf Festivals (wo ich sie nicht gesehen habe) aber es war gut, dass ich (im Gegensatz zu anderen) dann schon da war, denn die Jungs haben mir gut gefallen, die Musik mit den kleinen Handtrommeln (die sicher irgend einen tollen Namen haben) war ganz nach meinem Geschmack.


(This morn' omnia)

No offence meant aber die nächsten beiden Bands habe ich ausgelassen, CEPHALGY weil ich sie nicht kannte und mir das Gedröhne, das mich am Würstenstand erreichte, reichte, und WELLE:ERDBALL, weil ich schon in den 80‘ern NDW nur in kleinen Dosen ertragen habe.

Dafür habe ich mir „den Grafen“ und UNHEILIG dann wieder gegeben. Ich mag Pathos einfach.
Und mit „Sage Ja!“ verbindet mich eine persönliche Liebe, seit ich Tage lang nach einem Lied „Salvia“ geforscht hatte ... (Missheard lyrics...)
Die Wunderkerzen-Nummer zu „Stern“ war sogar bei strahlendem Sonnenschein schön.


(Unheilig)


(zwei Fangirls)

Die 69 EYES habe ich mir dann wieder ohne „meine“ Mädels gegeben, was aber der Freude an der Performance keinen Abbruch tat. Wie gesagt, ich mag Pathos und hier war er sogar noch laut und krachig mit Melodie.
Feine Sache.



Ganz ohne Melodei war dagegen die Pausenbeschallung. Die Ausschnitte eines Hörbuches, das einer der Sponsoren des Festivals als Appetithäppchen in den (erfreulich kurzen) Umbaupausen servierte, hat wohl den meisten nur die Lust auf dieses schwülstige Machwerk verdorben.

Nach den ersten Finnen des Festivals kamen dann SUBWAY TO SALLY auf die Bühne, die mit der „Schneekönigin“ starteten. Ulkiger Weise gab es dazu einen „Schneebeschuss“ in Form von niedlichen, schillernden Seifenschaumflöckchen – was zusammen mit der Bewässerung durch die Security (die vermutlich nicht viel mit den entspannten Festival-Teilnehmern zu tun hatte) dazu führte, dass wir hinterher ein ganz sauberes Publikum waren.
Die Sallys waren ... wie immer. Gut. Stimmungsvoll. Aber irgendwie wirkten sie bei aller Show, bei aller Pose für meinen Geschmack zu routiniert.


(Subway to Sally)

Außerdem stellte ich fest, dass die Mittelalter-Fans um einiges aggressiver sind als die durchschnittlichen Elektro-Industrial-Noise-Fans. Ich kann ja verstehen, dass man zu dieser Musik pogen mag. Aber wenn man damit allein auf weiter Flur ist, jedoch an anderer Stelle sich bereits ein Haufen gefunden hat, der dem Pogo huldigt, dann muss man nicht einfach irgendwem ins Kreuz springen.
So.
Ich hab das dem Kerl, der mir mehrfach im Rücken landete, dann auch gesagt. Die Tatsache, dass ich ihn dazu mit einem Griff in sein seidiges Haar auf Augenhöhe mit mir zog, hat ihn wirklich auch dazu veranlasst, sich weiterhin ruhig zu verhalten, nicht doch daran gehindert, mich am nächsten Tag nochmals anzupupen, dass ich wohl „hier“ nicht richtig wäre, wenn ich keine Party machen könnte.

Die VNV-NATION, die den Outdoor-Teil für den Abend beschloss, glänzte durch eine Aussteuerung des Mikros, die den ohnehin bei allem Charme stimmtechnisch nicht begnadeten Ronan ins Abseits schob, bis irgendein mitleidiger Techniker da hilfreich eingriff.
Gut, dass man den Opener „Chrome“ so gut kennt, dass man diesen Ausfall verschmerzen konnte.


(VNV-Nation)

Tanzbrunnen-technisch (da darf nach 22 Uhr kein Lärm mehr sein) war man nun gezwunden, ins Theater umzuziehen, wo schon seit einiger Zeit Bands auftraten (Lola Angst und irgendwas Visual Kei mäßiges), die aber an mir vorbei gingen.


(Elfy)

Nicht verpassen wollte ich COMBICHRIST, die in der dusteren Arena des Theaters bei unglaublich schweißtreibenden Temperaturen und dem Fehlen von Sauerstoff eine Riesenshow abzogen. Mögen die beiden Herren, die im Hintergrund Regler betätigten, auch ein wenig wie spielenden, auf und ab hüpfende Gorillas gewirkt haben, derTiger vorne am Bühnenrand riss die Menge mit sich. Da sage noch einer, dass sich Industrial nicht live präsentiere ließe! Sicher der Höhepunkt des Samstags für mich!


(Combichrist - das müsst ihr mir glauben, sehen tut man es nicht)

Danach verließen die echten Kerle die Halle, denn DIARY OF DREAMS ist ja bekanntlich eine Mädchenband.
Zum Glück hab ich ja solche Probleme nicht, daher konnte ich bei inzwischen saunamäßigem Ambiente Adrian Hates in Ruhe genießen.


(Für Gutgläubige: Diary of Dreams - ja, wirklich)

Nach dem auch dieser Act von der Bühne war, ging es mit Tanzmusik weiter, das RETROSIC-DJ-Set beschallte die Halle ganz im Sinne derer, die es gerne etwas härter mögen.


(Besucher)

Wir aber waren so gegen 2 dann ganz weich – und machten uns ab in die Heia.


Schließlich wollten wir am nächsten Morgen dann brunchen und gemeinsam (dieses Mal keine Risiken!) zum Gelände fahren.
Dort schien immer noch oder schon wieder die Sonne und die Stimmung war entspannt.



Die anderen waren so lieb, mich zu begleiten, auch wenn ich wohl die einzige war von uns Dreien, die auf FROZEN PLASMA gesteigerten Wert legte.

Eingängige Melodien mit (hüstel) Teenie-Faktor und ein ansehnlicher Frontman, der allerdings auch ein wenig beliebig war, brachten die frühen Besucher schon in Wallung.


(Frozen Plasma)

FAUN habe ich mir dann nicht angesehen, wohl aber die zauberhafte moni_v. Ich habe nur für elfy den Typen fotografiert, dessen arrogante Art mit die eigentlich nette Pagan-Folk-Musik von Faun verleidet. Zu seiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass seine Ansage bezüglich der Bayerischen Polizei wirklich nett war.


(Faun)

DOPE STAR INC., eine Formation mit erfreulich krachigem Sound in Richtung Marylin Manson, hörte ich mir dann nur von ferne an, a) war ich müde, b) musste ich ein T-Shirt kaufen, da ich mich unpassend gewandet fand. Allerdings ist es auch nicht so einfach, in Kingsize-Größe einzukaufen. Obwohl man für die Mühe dann mit einem Wassereis belohnt würde. Alleine dafür hätte ich glatt nochmals was gekauft. Ja, es war heiß.

FIXMER & MC CARTHY waren dann für mich Elektroschlampe durchaus ein angenehmes Erlebnis, auch wenn die Herren mit ihrer Show sicher nicht für strahlenden Sonnenschein gemacht sind.

LETZTE INSTANZ lassen sich musikalisch nicht so genau einordnen – vielleicht konnten sie daher viele Leute begeistern, weil sie eben in keine Schublade so richtig passen?
Jedenfalls war es ein massentauglicher Auftritt, bei dem mir besonders der berockte Geiger gefallen hat. Wie dieser barfüßige Springball über die Bühne hüpfte UND dabei auch noch spielte, das hat mir gefallen, jaja.




(Letze Instanz)

Zu SAMSAS TRAUM habe ich mir dann wieder eine Auszeit gegeben. Ich mag einfach nicht in Massen von Fans eingekesselt sein, selbst, wenn ich die Musik durchaus gerne höre – und zum Bleistift „Dort oben sterben Tiere“ sehr mag.


(Fans und Samsas Traum)

Wieso bin ich dann auf die Idee gekommen, NEGATIVE zu gucken? Ich weiß es nicht. Ich dachte wohl, es wäre wer anders. Nein, nicht das ich es musikalisch bereut habe, aber hätte ich gewusst, dass das Teenie-Rocker sind, dann hätte ich mir das Eingekesselt-sein zwischen kreischenden Fan-Girlies gespart :-).
Naja, was will man von nem Typen mit ner rosa Gitarre erwarten, außer, dass er den Sänger küsst?
Naja, wenigstens konnte ich, obwohl nicht eben direkt an der Bühne stehend, dennoch recht gut sehen – die Leute vor mir waren alle so ... klein.


(Negative)

Bei AND ONE wirkte das Publikum um einiges erwachsener, und mein Respekt gilt dem Sänger Steve Naghavi, der stets korrekt gekleidet blieb – und so den ganzen Auftritt im schwarzen Anzug mit Krawatte verbrachte. Charmant war der Spruch: „Das Leben ist kurz, ich bin es auch...“, bei dem er mit seiner mangelnden Länge kokettierte.
Die Musik, bei der „Die Deutschmaschine“ sicher das bekannteste Stück ist, war gut tanzbarer Elektro, so dass das Publikum gut durchgewärmt war für den letzten Act des Festivals.


(And one)

SCHANDMAUL brachte mich auf die neckische Idee, doch vorher mal eine SMS an einen mir persönlich bekannten Schandmaul-Fan zu schicken, und schließlich, als nach einem von der Sonne torpedierten Entree die ersten Töne erklangen, die arme barbardin sogar anzurufen.
Die Leute von Schandmaul überzeugten mit einem spritzigen Spiel und mit etwas, das ich klischeemäßig als unverbrauchten Charme beschreiben möchte. So kamen die wilden Geschichten des Frontschweins Thomas Lindner unverkrampft rüber, und wir kamen sogar in den Genuss, das lädierte Bein des Gitarristen Ducky, der beim Konzert des Vortages auf einen zum Glück stabilen Security-Mitarbeiter gefallen war, als er über den Bühenrand fiel.

Eine gute Stunde, bis zu „Herren der Winde“ und „Dein Anblick“, dann ging das Amphi-Festival vorbei – und nur meine Füße freuten sich darüber.


(das lädierte Beinchen)


(Schandmaul)

Sollte es nächstes Jahr wieder stattfinden – ich werde dabei sein.
Tags: leben
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