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Sonderbare Valentinsgrüße

Ich habe *froi* einige Valentinsgrüße bekommen, die meisten digital, einen aber auch als Postkarte. Aber das war eine sonderbare Sache ...

Ich wurde auf dieser Karte gelobt, für meine Besserung in den letzten Monaten. Ich hätte mich weiter entwickelt und würde das sicher noch weiter tun ... Ich hab die Karte angesehen und echt nicht gewusst, was ich davon halten soll. Ich weiß nicht, welche Entwicklung gemeint ist.
Ehrlich.

Ich weiß nur, dass ich mich noch ziemlich weit entwickeln muss, hin zu mehr Gelassenheit und Toleranz.


Toleranz (this is for you, Sebi :-))

Toleranz ist so eine Sache. Zur Zeit ist es ja super angesagt, tolerant zu sein. Alle sind tolerant und multi-kulti. Bi, schwul, rot,weiß, schwarz, Bondage, Suizid, alles erlaubt, was gefällt und alles total schick.
Um das mal klar zu stellen, ich bin nicht tolerant.
Ich sehe das nicht mal als Ziel in meinem Leben an, unbedingte Toleranz zu üben.

Ich kann richtig arschig auf Dinge reagieren, die ich einfach nicht okay finde. Und die ich vielleicht sogar, wenn ich mich mehr in die Leute rein versetzen würde, verstehen könnte.
Und mit Verständnis kommt ja auch meist Toleranz.

Mein Beitrag zum Weltfrieden ist, dass ich ungefragt (in 95% aller Fälle) mein loses Maul halte. Aber ich bemühe mich nicht, jedes Extem als Spielart zu begreifen und als Bereicherung der Kultur anzuerkennen. Ich tue das bei sehr vielen Dingen (bei fast allem, was ich da oben geschrieben habe), aber ich sehe das nicht als "General-Tugend" an. Profil zu behalten finde ich wichtiger. Wenn ich dennoch eine Entwicklung hin zu mehr Toleranz als Ziel ansehen, dann darum, weil ich in der Lage sein will, wirklich tolernt zu sein, wenn ich es denn will.

Was aber nenne ich Toleranz?

Toleranz ist für mich, dass man Dingen ihren Platz im Leben zubilligt, auch wenn sie direkten Einfluss auf das eigenen Leben haben und meiner persönlichen Grundeinstellung zuwider laufen.

Toleranz ist also nicht, wenn man sagt, Volkmusik ist schon okay, wenn das irgendwer hört, sondern, dass man einen Menschen, der sie hört, trotzdem noch besucht und irgendwann auch mal mit dem Augenrollen und den spitzen Bemerkungen aufhört (auch noch tolerant ist, sich mit diesem Menschen an musik-neutralen Orten zu treffen )*g*
Wobei der Volkmusikfan ein guter Mensch ist, wenn er sie ausmacht, diese Musik, wenn der Volksmusik-Hasser zu Besuch kommt. Beidseitige Toleranz und sogar RÜCKSICHTNAHME.

Toleranz ist auch ein "einfaches Nein" statt einem Verriss. Also "Magst du Volkmusik?" "Nein." statt: "Magst du Volksmusik?" "Nein, und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ein geistig normaler Mensch diesen Sch*** hören kann."

Toleranz ist für mich dann nicht mehr von Nöten, wünschenswert oder eine Tugend, wenn sie ausgenutzt wird, von Einstellungen, die Toleranzfeindlich sind. Ich will nicht politisch werden, aber die Demokratie muss nicht die schützen, die sie zerstören wollen, und die Toleranz soll nicht denen nutzen, die sie nicht selbst ausüben - ohne Vorbehalt.

Wer mich kennt, weiß, dass ich die Gratwanderung nicht immer gemeistert bekomme zwischen Freundlichkeit/Höflichkeit und Profilneurose. Ich habe oft viel mehr Meinung, als ich zeige, und verhalte mich wie ein Ballon mit Überdruck, wenn man die Dämme mit einer unschuldigen Frage perforiert. Ich kann zu meiner Entschuldigung nur sagen, dass ich mich immer bemühe, meine Standpunkte regelmäßig zu überprüfen und offen zu sein für Argumente. Und für mich sind auch Gefühle Argumente.
Aber genug davon.
Schwätzen over.
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