Zorn (zorn) wrote,
Zorn
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Der Tanzball...

Der Anfang, die Tage vor dem Ball, waren von Hektik und Ärger gekennzeichnet.

"Was sollte angezogen werden
Eine expliziter Kleidungsstil ist nicht vorgeschrieben. Dennoch bitten wir um eine festlichere Gewandung. Vom Rollenspiel her wäre der landestypische vorherschende Stil zwischen Ende Renaissance , Barock und Anfang Rokokko einzugliedern"

Zitat aus der Anmeldebestätigung.

Dann kam eine Woche vor dem Ball folgender News-Flash (irgendwo auf der Homepage, deren Adresse btw auf der Einladung falsch geschrieben war ...)
zu Reifröcken
Wir empfehlen euch von Reifröcken abzusehen. Wir können keine übergroße Toiletten anbieten, sowie sind die Sitzgelegenheiten nicht für Damen mit Reifröcken ausgelegt. Es könnten beide Probleme mit Einbußungen des Komforts ertragen werden.Den Vorwurf, dieses hätten wir auch in der Anmeldebestätigung mitteilen sollen müssen wir leider rechtgeben. Es ist unser erster Ball und auf diese Idee waren wir bei der Erstellung der Anmeldebestätigung nicht gekommen.
Eine weitere Anmerkung:
Das Tanzen mit Reifröcken ist, speziell beim Reigen und bei unerfahrenen Tanzpartnern ein besondere Schwierigkeit. Hierbei empfehlen wir ebenso auf Schleppen oder ähnliches zu verzichten.


Wie bitte stellt man sich die Mode, die gewünscht wird, ohne Reifrock vor?

ich meine... ICH habe gar keinen Reifrock in meinem Kleid
Aber es hieß: die langen Röcke könnten die Herren beim Tanzen stören, und wir wissen nicht, wie ihr damit auf die Toilette gehen sollt und wo ihr sitzen sollt.
HaaaaaaaaaaallOoooooooo?
Ich weiß, dass mein Rock zum Tanzen eher ungeeignet ist (Schleppe), aber das ist mein Problem, ich bin, wie wohl die anderen Mädels auch, in der Lage, diese Probleme abzuschätzen.

Das Problem waren hauptsächlich die Toiletten (sagen wir so: es geht, aber es ist nicht lustig).

Meine beste Freundin aus Hannover, die ich überredet hatte, mit auf den Ball zu kommen, war ziemlich aufgelöst, aber am Ende habe ich, als die Orga nichts tat, beim Träger des Schlosses, wo die Veranstaltung war (Stadt Düren) angerufen und gefragt, ob es eine Toilette gibt. Gibt es.
Problem gelöst.

Das pikante war halt: vor ein paar Wochen hatten ein paar Leute in einem ganz anderen Verteiler (vom MA-Tanzen) geschrieben, sie wollten auf dem Ball Fotografieren, da schrieb das Orga-Arschloch "Es ist für alles gesorgt, gebt uns einfach mal das Vertrauen das wir auch an
solche Sachen denken.

Soweit

Stefan - Tanzball Organisator
.

Wer sich soweit aus dem Fenster hängt, der muss sich nicht wundern, wenn es ihm um die Ohren weht, ne?

Es ist ja völlig okay ... wenn es heißt: der Ball ist in-Time, bitte keine Fotoknipsen...
aber dann nicht in UNSEREM Verteiler, nicht in diesem Ton und nicht, wenn das Mädchen, das (voller Begeisterung davon schwärmte, schöne Fotos machen zu wollen) die Bilder machen wollte, sich als "freiwillige Helferin" für die Leute den Arsch aufreißt

Aber nun ... zum Ball selbst.

Was wir vorher wussten war, dass ca 220 Leute da sein würden.

Als wir ankamen im Schloss, wurde im Hof geübt.
Mein Lieblingsbader Golo war dabei, dem Volk die Tänze näher zu bringen. Viel Volk.

Wieder ein Zitat Stefan: Ein typischer Anfänger ohne Tanzerfahrung kann nachca. 1 1/2 Stunden etwas mehr die Hälfte der im Programm stehenden Tänze, nach 21/2 Stunden etwa ¾ der im Programm stehenden Tänze.

Die Tänze, die auf dem Programm standen:
Traubentritt,Chapelloise, Allemand, Ungaresca,Jenny Pluck's Pear, Pavant d'Honeur, Indian Queen, Upon a Summes Day, Walzer, Wickler, Schirazula, Folia, Gallopede, Percussion Circle.

Als jemand Golo darauf ansprach, dass er den Leuten aus dieser Auswahl 3/4 beibringen solle, meinte er nur: das solle Stefan ihm ins Gesicht sagen.

(Sollte der Eindruck aufkommen, dass ich diesen Stefan gefressen habe, so kann ich sagen, der Eindruck stimmt: quer und mit Senf. Es gibt Leute, die haben Arschloch auf der Stirn stehen, da hilft auch Duschen nicht...)

Der Ball selbst begann mit einer Polonaise, die sich die Orga (ich hab nicht Stefan gesagt ...) spontan hat einfallen lassen. Das klappte zwar nicht so wie gewollt, weil keiner genau wusste, was damit eigentlich gewollt war, aber es war dennoch erhebend zu sehen, wie Paar um Paar um Paar vom Hof herein kam, wie sich eine schier entlose, sich um sich selbst windende Schlange von festlich (naja, mehr oder weniger aber mehr mehr) gekleideten Menschen, Elfen (einige kamen vor lauter Ohr fast nicht durch die Tür) und der Hobbit durch den Saal schlängelte.

Das schöne war auch, dass man doch einige vertraute Gesichter traf und sich in-time so nett unterhalten konnte.

Was an Volk anwesend war, war ganz unterschiedlich gekleidet. Damit meine ich nicht nur Stile, damit meine ich vor allem, dass es Leute gibt, die scheinbar keine Ahnung davon haben, wie sie wirken.
Da waren wirklich schöne Kleider und wirklich schöne Menschen - und es passte einfach nicht zusammen.
Mal von den One-Size-Fits-All-vorne-und-hinten-geschnürten Pannesamtsäcken abgesehen ... da waren soviel Kleider, die ihre Menschen nicht verschönten oder präsentierten, sondern einfach nur wie Verkleidungen aussahen. Es ist schon traurig zu sehen.
Zumal wenn man die (vielen) Gegenbeispiele sah, wo zum Teil sehr schlichte, typgerechte Kleidung den Träger enorm gut kleidete.

Wobei stilistisch M wohl den lila Vogel abgeschossen hat. Sie hatte extra ein Kleid mit schönem Reifrock angeschafft - und brachte dazu ein lila-farbenes Sektglas und Besteck mit. Sehr schön.

Das Buffet war im übrigen allererste Sahne. Von geräucherten Würsten, über Lachs, über gefüllte Eier, über Hühnerteile, über ein Salatbuffet, über Bananenstücke, für die geschmolzene Schokolade (dunkel und hell) da war, über Frikadellen, Forelle, Käseplatte war alles da.

Und dank Ws Geschirrspende konnte ich es sogar stilvoll verspeisen.

Hinter dem Bild geht es weiter mit noch MEHR Bildern




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