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So ein Tag...

Vor mir steht eine leere Flasche Martini Bianco. So eine kleine.

Sie ist leer, dafür habe ich in der Hand ein Glas, das ist noch nicht ganz so leer. Wenn ich es drehe, klingeln die Eiswürfel darin.
Dann kann ich war nur mit einer Hand und dem berüchtigten "Ein-Finger-Suchsystem" tippen, aber stört das eine coole Sau?
Nee.
Also!

Heute war schon irgendwie ein besonderer Tag.

Morgens hatte ich das seltene Vergnügen auf einen Zug zu warten.
Also, ich warte oft auf Züge, aber selten mit Vergnügen.
Weil ich besonders schlau sein wollte, war ich in Brühl aus dem pünktlichen Regionalzug gestiegen um in den verspäteten Regionalexpress zu steigen. Eigentlich hätte ich da nur 5 Minuten stehen sollen.
Aber wir sprechen hier von der Bahn.
Schließlich stand ich 15 Minuten auf dem windigen Bahnsteig. In der Sonne. Sah auf die buntbemalten Wände, das kecke, unklimazonengemäße Grün, das darüber hervorsah, auf die dahinstürmenden Wolken, grau und strahlend weiß auf hellem Blau.
Und habe es genossen.

Da machte es auch kaum etwas, dass die Arbeit mir über dem Kopf zusammenschlägt, vout und ich nicht mal Mittagspause gemacht haben.

Nach der Arbeit sind vout und ich dann zusammen zurück gefahren, haben noch ein wenig gequatscht, ein Date mit degu ausgemacht.
Und dann bin ich, weil ich ein Birnchen für mein Fahrradrücklicht kaufen wollte, noch in den Real gefahren (wo ich tatsächlich auch ein Leuchtmittel fand). Vor allem aber gab es da so Vierpacks mit diesen Martini Minis.

Wer mich kennt, weiß, dass ich dem Allohol nicht oft zuspreche. Das war schon immer so.
Immer?
Nein, nicht immer.
Es gab da einen Sommer in den 80ern, da habe ich bei mindestens 3 Flaschen Martini (Bianco) an der Vernichtung mitgeholfen.

Wir saßen damals (und das waren noch Sommer, wie sie früher einmal waren ...) so manchen Abend irgendwo in einer Kölner Grünanlage, diskutierten über Musik (Duran Duran waren damals in, The Cure gab es schon und die NDW musste man ertragen), Atomkraft (Atomkraft, nein danke), die Probleme mit den Eltern und tranken Cola mit Martini.

Ich glaube, ich habe mehr Cola und M. mehr den Martini getrunken, aber auf jeden Fall fühlten wir uns zu gleichen Teilen rebellisch und erwachsen, wenn wir es taten (und die Tatsache, dass wir peinlich darauf achteten, den Martini immer nur im Angebot zu kaufen, so dass er nicht über 4 DM kostete ... das tat dem Easy Rider Feeling keinen Abbruch).

Ich glaube, seit dem habe ich keinen Martini mehr getrunken. Aber jetzt ist das Glas leer und ich kann sagen, es schmeckte noch genau wie früher.

Ja, ein guter Tag.
Tags: leben
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