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Zorn
zorn

Und dann ist ein Leben zu Ende

Im Zug kurz hinter Brühl ist es um 13:50 noch ein Stöhnen.
In Sechten, wo wir den Zug verlassen müssen, um in den nachfolgenden umzusteigen, der auch nur bis Roisdorf fahren soll, ist es noch eine Gelegenheit zu fotografieren und ein Murren.





In Troisdorf, wo eigentlich "irgendwann dann" Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden soll, ist es ein Maulen - und als dann doch die Anweisung kommt, die S-Bahn in ca. 1 km zu nehmen, ein lautes Schimpfen.

Aber als ich an der Bushaltestelle sitze und zum Bahnhof hinüber sehe, den keine Züge mehr anfahren, und den Männern in ihren leuchtenden Sicherheitswesten zusehe - und dann bemerke, wie zwei Herren in dunkler Kleidung sich Gummihandschuhe überziehen und etwas aus den Gleisen hochholen, das sie in weiße Folie wicklen und auf einer Trage festschnallen - dann ist es ganz still.
Verspätet, vielleicht erst, als sie den einen Riemen nochmals nachziehen, damit das Bündel nicht rutscht, als sie die Bahre schräg halten, realisiere ich, dass ich vielleicht eine Stunde später an meinem Ziel sein werde, dass dort drüben aber ein Mensch in den Wagen des Leichenbestatters gehoben wird, der nie mehr irgendwo ankommen wird.

Inzwischen weiß ich, dass es kein Unfall war, wie ich dachte, sondern dass eine 62-jährige Selbstmord begangen hat.
Das macht es nicht besser.
Tags: leben
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