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Zorn
zorn

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Lautes Ende



Eigentlich fing der Tag gut an. Nur zu spät, ich hab meinen Wecker wohl ignoriert. Aber so schlimm war das nicht, viel war nicht zu erledigen, ich hätte sonst eingekauft, aber seit Geschäfte Samstag bis 20 Uhr aufhaben ist das ja alles kein Problem.
Dann schlichen sich so langsam die unschönen Dinge an. Es waren Kleinigkeiten. Ich habe das T-Shirt, das ich eigentlich anziehen wollte, nicht gefunden, hin und her bin ich kopflos gelaufen auf der Suche, aber nichts. Naja, das ist eigentlich blöd, aber da ich viele schwarze T-Shirts habe und die immer auf links wasche, kann das passieren. Irgendwas zum Anziehen hatte ich dann (ist vielleicht auch cool ein Hardrock Cafe-Shirt zu einem Workshop Tänze der Renaissance und des Barocks anzuziehen). Dann also auf ... halt, wo ist dieser Workshop. Ich hab keine schriftliche Bestätigung bekommen. Aber im Internet ... die VHS Rhein Erft hat ab 14.02. neues Programm - so haben sie schon mal alle Kurse des Wintersemester aus dem Netz genommen. Aber da ist noch diese Info: Pulheim. Also gut. Das Netz verrät mir, wo die Geschäftstelle Pulheim zu finden ist (eine Wegbeschreibung oder Skizze gibt es nicht, aber gut, es gibt Map24). Also los und sogar pünktlich stehe ich vor der verschlossenen Tür. Verschlossen?
Ja. Auch aufs Klingeln hin öffnet niemand. Etliche Zeit stehe ich in der Kälte - und fühle mich so frustriert. Muss das sein? Muss das WIRKLICH sein? Ich hatte mich doch drauf gefreut...
Also heim. Vielleicht wäre mein Einkauf, für den ja jetzt auch noch Zeit ist, weniger teuer ausgefallen, hätte ich ihn weniger gefrustet gemacht...
Zuhause lässt es mir keine Ruhe.
Ich suche nochmal die Seite der VHS durch (ohne Ergebnis), dann finde ich Susannas Page. Letztes Update Januar 2004. Aber da ist eine Telefonnummer einer Partnerin. Jutta. Da angerufen und höre da: Meine Eltern sind auf dem Tanzkurs in Pulheim. Das ist so was wie Hoffnung - andererseits stehe ich kurz vorm Blutsturz.
DA WAR NIEMAND!
Doch ... moooooment: da ist was. Ein Eintrag für einen Kurs in 2004. In Pulheim, aber die Adresse ist anders. Auch wenn mein Essen gerade warm wird, ich entschließe mich hinzufahren. Und wirklich finde ich es. Mit Hilfe von ein paar Karnevalsfans, die mir den Weg zum VHS-Schulgebäude weisen, dessen genaue Adresse und Hausnummer ich nicht wusste.
Mit zweieinhalbstündiger Verspätung bin ich da (und ich sag jetzt nicht, dass gerade die drei Mittänzer vom Mittwoch, die ich am ALLER-ALLER-ALLERWENIGSTEN leiden kann, auch dort waren. Drei Leute, auch diese Jutta nebst Mann, die immer über den geringen Anspruch des Fun-Kurses am Mittwoch meckern, sowie Wolfgang der Grabscher... toll). Dennoch war es sehr schön. Susanna ist zwar ungeheuer chaotisch, rechts und links bedeuten nicht immer das gleiche aber manchmal das selbe ... und Zahlen oberhalb von zwei (naja 1,8) sind diffus. Aber sie ist lieb und vorallem hat sie tierisch Ahnung.
Schön eigentlich. Wirklich.
Dann heim. Leider kann ich das Zusammensitzen mit Susanne nicht mitmachen (hey,sie wollte jedem was ausgeben, ist das nett oder ist das nett?), und ich hab mich von meiner Gutmütigkeit überrumpeln lassen. Ich habe ihre Cassetten zum Digitalisieren mitgenommen. Das heißt, dass ich zwei Stunden am Rechner sitzen muss, weil ich jedes Lied einzeln aufnehmen muss, damit man die Titel auch anwählen kann...
Und um 21 Uhr soll es doch nach Essen gehen. Das macht es etwas ... hetzig.
Dann aber schlagen sie wieder zu, die Widrigkeiten: beim Versuch, den Kofferraumdeckel zu öffnen, fällt die Klappe ungeplant wieder zu - und meine Finger der rechten Hand sind noch drin. Mein Zeigefinger fühlt sich an, als wäre er aufs doppelte angeschwollen und an den nächsten zwei Fingern hab ich keinen Nagel mehr. Das macht Haarewaschen wollen illusorisch. Aber ach .. ist bestimmt dunkel in der Zeche.

So entschließe ich mich, mich für eine Stunde bis halb Acht hinzulegen, nachdem ich daheim bin gegen 18 Uhr.

Als ich erwache ist es 20:30, ich bin völlig orientierungslos und da ruft schon Elfy an. Um 21 sind sie fertig zum Fahren.

Ich stolper unter die Dusche. Meine Jeans auch. Sie lag daneben, aber eine neugierige Katze hat sie mit Schwung ins Wasser befördert. Und jetzt? Alle anderen Sachen hängen erst seit gestern auf der Leine im Keller - und sind bei dem Wetter noch nicht trocken. Also ... bügeln und Elfy informieren, es wird später.

Und als ich um 21:30 dann doch mal loskomme, werde ich auch noch von der Polizei kontrolliert. Am liebsten hätte ich auf die Frage: "Haben sie getrunken?", geantwortet: "Nein, ich fahr erst noch zum Saufen", aber das hätte es nicht besser gemacht.

Wider Erwarten war die Fahrt nach Essen problemlos, von einem Polen, der auf der Deutzer Brücke anhielt um zu parken mal abgesehen.

Dafür verschwand auf dem Parkplatz der Zeche Carl, die wir auch ziemlich problemlos fanden (Yeah us!) meine Kartensammlung samt Geld innerhalb einer Nanosekunde im Auto. Wenn das Zeug weg ist (Bahncard, Monatskarte, Versichertenkarte), dann sehe ich ALT aus, dann sind die 50 Euro da drin überhaupt nicht mehr das Problem.

Aber innendrin war es dann HEAVEN. Vielleicht ein bisschen ein dunkler Himmel, aber so was von gut ... hach. Ich denke, ich bin für Midtempo Mischmasch nicht geschaffen.




Hajo haben wir auch getroffen, er war fast pünktlich im Cafe. Und die Welt kann von ihm halten was sie will, ich finde ihn putzig. Außerdem hat er gestern meine neuste Leidenschaft befriedigt. Ärmellose T-Shirts. Die können so geil ausehen. Und auch wenn Haja keinesfalls Stefans muskulöse Arme hat, so war auch der Anblick von ihm in dem ärmellosen Rolli ansehnlich. Das eine ist halt n Poser und Stefan ist ein Rocker. Find ich gut.

Außerdem ist Felix zum Leben erwacht. So richtig. Die Geburt war schmerzhaft (ich werde vermutlich bis ans Ende meiner Tage EBM mit Ellenbogen auf meinem Ohr verbinden. Das passiert mir irgendwie jedesmal dabei. Ich frage mich, wieviele Leute ich schon totgehauen habe?) aber er war soooo passend, dieser Jungmann in Rock und grobem Netzshirt. Felix wird meine superkitschige Kreation zum Kreativ-Monat sein. 31 Tage wird er leben, dann bringe ich ihn UM! Yeah!

Es gibt Menschen, denen kann ich beim Tanzen nicht zusehen, ohne ihnen negative Gefühle entgegen zu bringen. Damit meine ich nicht mal unbedingt schlechte Tänzer (dazu zähle ich mich selbst), ich kann nicht mal sagen, dass diese Leute gleich tanzen, aber ich fasse es mal unter "Posern" zusammen. Leute, die meineserachtens nach nicht für sich, sondern für andere tanzen. Zum Glück gab es davon wenig, und es gibt die Möglichkeit, die Augen zu schließen beim Tanzen, was ich dann auch gemacht habe. Ist eh besser bei dem Stakkatolicht.

Danach war die Welt schön.

Ich schaffte es sogar ohne die aktive Hilfe meiner Mitfahrer wach zu bleiben auf der Rückfahrt, auch wenn ich vor lauter Gähnen fast eine Maulsperre bekommen habe und (tada!) habe um 5:30 Uhr morgens direkt vor der Tür noch einen Parkplatz bekommen!

Und JETZT sind sogar die Cassetten aufgenommen.
Und ich kann mich fertig machen für weitere 5 Stunden Renaissance (oder so!)
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